
Wie, wann und ob überhaupt in der Amberger Altstadt Platz für Kraftfahrzeuge sein soll, ist seit jeher Gegenstand heißer Diskussionen. Angesichts der Mobilitätswende und weil sich die Funktion der Innenstadt verändert, steht das Thema wieder einmal auf der Tagesordnung. Die bürgerlich-ökologische Gestaltungsmehrheit von CSU und ÖDP im Stadtrat will nun mit einem umfassenden Antragswerk der „modernen Mobilität“ in der Innenstadt zum Durchbruch verhelfen.
Es handelt sich um ein ganzes Bündel von Prüf- und Arbeitsaufträgen. „Ausgangspunkt ist das Ziel, die Funktion der Innenstadt als Wohnquartier zu stärken“, erklärt CSU-Fraktionschef Matthias Schöberl. Eine infrastrukturelle Voraussetzung dafür sei ein modernes Mobilitätskonzept, das dieses Ziel unterstütze. Deswegen habe die Gestaltungsmehrheit alle dafür relevanten Aspekte in ihren Antrag gepackt. „Wir wollen eine tragfähige Lösung für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre“, so Schöberl.
Eine schnell umzusetzende Lösung ist, nach Möglichkeiten des altstadtnahen Quartierparkens außerhalb der Amberger Altstadt zu suchen. Deswegen bringen die Parteien diesen Punkt mit einem eigenständigen Antrag jetzt schon auf den Weg. „Wir sehen insbesondere im Bereich der Kräuterwiese Chancen“, meint ÖDP-Fraktionsvorsitzender Klaus Mrasek. „Deswegen beauftragen wir das Baureferat, zeitnah erste Umsetzungsüberlegungen des altstadtnahen Quartierparkens vorzulegen.“ Hintergrund für die Beschleunigung seien die Diskussionen zum Sanierungsvorhaben Viehmarkt und zur Entwicklung des Bürgerspitalgeländes.
Die Christsozialen und die Ökologischen Demokraten schrecken auch vor grundsätzlichen Fragen nicht zurück: Die Verkehrs- und Wegeführung in der Altstadt, die Parkordnung, die Vergabe von Anwohnerparkausweisen, ein erweitertes smartes Parkraummanagement, der Bau von Stellplätzen innerhalb bestehender Gebäude, die Veränderung der Stellplatzablöse – alles soll hinterfragt werden. „Wir sind auch offen für Versuche“, meint Klaus Mrasek. Im Zweifel müsse eine Idee auch im Realitätscheck erprobt werden.
„Wir benennen die aus unserer Sicht offenen Fragen und freuen uns auf den Austausch mit den Fachleuten der Verwaltung“, ergänzt Schöberl. „Miteinander werden wir diese komplexen Probleme lösen.“ Sehr wichtig sei eine Befragung der Innenstadtbewohner als Element der Bürgerbeteiligung, die die Bedarfe erhebt. Übrigens strebt die bürgerlich-ökologische Gestaltungsmehrheit bewusst kein umfassendes Gesamtkonzept an, dessen Erarbeitung Jahre dauern würde. Man wolle konkrete Vorlagen zu einzelnen Bausteinen erarbeiten, die sinnvoll aufeinander abgestimmt sind und schrittweise möglichst zügig umgesetzt werden können.