„Wir werden uns jede Eingabe ansehen“

Die CSU-Stadtratsfraktion ist in Sachen der geplanten Photovoltaik-Nutzung am Postweiher laut einer Pressemitteilung gesprächsbereit. Die Bürgerbeteiligung soll intensiv und gewissenhaft durchgeführt werden. Deutlich wird aber auch: Die CSU sieht in der PV-Anlage grundsätzlich viele Pluspunkte und will daher gangbare Wege ausloten. Dazu sollen auch andere Themen betrachtet werden.

Matthias Schöberl kann die Besorgnis, die mehrere Anwohner geäußert haben, nachvollziehen. „Wer hört, dass ein Gewerbegebiet erweitert und eine PV-Anlage beantragt wird und dann noch ungeklärt ist, wie und wo eine mögliche Bahnstromtrasse verlaufen könnte, der kann verständlicherweise eine gewisse Beunruhigung verspüren“, so Schöberl. Daher sage die CSU den Anwohnern zu, ihre Sorgen auf jeden Fall ernst zu nehmen. „Wir werden uns jede Eingabe sehr gewissenhaft ansehen“, verspricht der Fraktionsvorsitzende.

Daher will die CSU zunächst in das Verfahren einsteigen, um eine Detailplanung und die breite Bürgerbeteiligung zu ermöglichen, führt Stadtrat Helmut Weigl aus. In der ersten Abwägung sei deutlich geworden, dass keine Gründe vorlägen, das Vorhaben grundsätzlich zu verwerfen. Es sei auf jeden Fall geeignet, die Stadt in Sachen Energiewende voranzubringen. „Dennoch werden wir die PV-Anlage natürlich nicht einfach durchdrücken.“ Die berechtigten Interessen der Anwohner müssten dagegen abgewogen werden. Weigl kündigte an, die CSU werde dazu Videokonferenzen und auch schriftliche Rückmeldungen anbieten.

Für Dieter Mußemann ist „Kompromissbereitschaft“ angezeigt. „Das Beste für die Anwohner, den Klimaschutz und die Stadtentwicklung herausholen“, sei das Ziel. Was wie die Quadratur des Kreises anmute, sei dennoch zu erreichen, wenn man auch andere Aspekte und Themen einbeziehe: Gewerbegebiet, Wohngebiet, Naherholungsgebiet und Energieversorgung bzw. Energiedurchleitung dürfe man nicht jeweils separat betrachten. „Wir haben den Ehrgeiz das richtig zusammenzupuzzlen“, so Mußemann.

Klar ist: Will Amberg seine Klimaziele erreichen, muss auch verstärkt auf Photovoltaik gesetzt werden. Laut Schöberl will die CSU aber vermeiden, ständig Diskussion um einzelne Standorte zu führen. „Wenn wir eine signifikante Senkung des CO2-Ausstosses erreichen wollen, dann werden wohl neben Dachflächenanlagen auch Anlagen in der Fläche eine Rolle spielen müssen“, so der Fraktionschef. Die CSU will in dieser Hinsicht eine Gesamtbetrachtung der Stadt anstoßen. Dann würde deutlich werden, dass letztlich alle gewisse Belastungen in Kauf nehmen müssten. „Aber wir alle gewinnen, wenn wir dazu beitragen, die Klimaerwärmung zu begrenzen.“

29.01.2021 | Matthias Schöberl | Kategorie(n): Allgemein

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