Strategie für die Schulregion Amberg

Vor über zehn Jahren rief der damalige bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer einen Schulfrieden aus: Nach einer Phase großer, teilweise sehr umstrittener Veränderungen im Schulwesen, sollte wieder Ruhe einkehren, damit sich die Bildungseinrichtungen auf Lehren und Lernen besinnen könnten. Diese Zeit der Ruhe ist offenbar vorbei – und Schuld trägt die demografische Entwicklung. Tatsächlich erreichen die Schülerzahlen in den kommenden Jahren eine Talsohle. Erst in fünf bis zehn Jahren kommt der nächste Anstieg.

Um die weniger werdenden Schülerinnen und Schüler bemühen sich die weiterführenden Schulen. Gerade die Mittel- und Wirtschaftsschulen befürchten, gegenüber den Gymnasien und den Realschulen ins Hintertreffen zu geraten. Die CSU-Stadtratsfraktion hat dabei besonders auch die Zukunft der städtischen Wirtschaftsschule Friedrich Arnold im Blick. Diese berufsvorbereitende Einrichtung ergänzt das Bildungsangebot in der Region um ein wichtiges Segment.

„Amberg muss ein herausragender Bildungsstandort bleiben“, gibt Fraktionschef Matthias Schöberl als Ziel aus. „Ob eher praktisch veranlagt oder in der Theorie stark, ob musisch begabt oder mit besonderem Verständnis für Technik – in Amberg soll jedes Mädchen und jeder Junge das individuell passende Angebot finden.“ Das werde allerdings nur funktionieren, wenn Stadt und Landkreis miteinander eine Strategie für die kommenden zehn bis zwanzig Jahre entwickeln und umsetzen.

Auf jeden Fall müsse aus Sicht der CSU verhindert werden, dass jede Schule für sich ums Überleben kämpft. „Die Probleme sind für alle gleich“, meint Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny, „und deswegen sollten wir eine umfassende Lösung anstreben.“ Cerny spricht sich für Gespräche und Expertenanhörungen auf politischer Ebene aus, denen dann konkrete Planungen und Maßnahmen auf Verwaltungsebene folgen sollten. Auch das staatliche Schulamt müsse in die Erarbeitung einer übergreifenden Strategie für die Schullandschaft in Stadt und Land eingebunden werden. Davon, dass die Kinder auf die Herausforderungen im beruflichen wie im Privatleben bestmöglich vorbereitet werden, hänge der weitere positive Entwicklung der Region ab. Für die christsozialen Stadträtinnen und Stadträte steht daher fest, dass die Kommunalpolitik wieder mehr Bildungspolitik betreiben müsse. „Kein Münchner Ministerium kennt die Bedarfe so wie wir“, meint Matthias Schöberl. „Deswegen ist es richtig, wenn wir stärker lenkend eingreifen.“

01.04.2022 | Matthias Schöberl | Kategorie(n): Allgemein, Bildung

Zur Übersicht